Um 6 Uhr morgens klingelte es an unserer Tür.

 Um 6 Uhr morgens klingelte es an unserer Tür. Meine Frau, die bereits im sechsten Monat schwanger war, wurde aus ihrem Schlaf geweckt und sagte: „ Sie sind gekommen!“ Ich habe versucht sie zu beruhigen. Anschließend habe ich vorsichtig aus dem Türspion geschaut. Vor der Wohnungstür standen unser Nachbar und drei Fremde Männer. 

Ich bin sofort ins Zimmer gelaufen und habe versucht vermeintliche „Beweismittel“ zu beseitigen. Ich wollte meine Bankkarte (Bank Asya) aus dem Lüftungsschacht schmeißen. Ich hatte jedoch Angst, dass sie es dort sehen könnten. Daher habe ich mich entschlossen die Karte im Spülbecken zu verbrennen. Ein letztes Mal habe ich noch in unserer Bibliothek nachgeschaut, ob irgendwelche Bücher standen, die von Regierungskritischen Schriftstellern geschrieben wurden. 

Natürlich hat dies einiges an Zeit in Anspruch genommen. Sobanld ich die Tür geöffnet hatte, sah ich , wie einer der Polizisten seine Waffe auf mich gerichtet hatte. Mit wütender Stimme wurde ich aufgefordert mich auf den Boden zu legen. Man hat mir dann von hinten meine Hände gefesselt. 

Als meine Frau mich gefesselt auf dem Boden liegen sah, brach meine Frau in tränen aus. Einer der Männer, ein junger Kommissar, hatte etwas Mitleid und erlaubt mir mich auf das Sofa zu setzen. Sie haben die Wohnung stundenlang durchsucht. Trotz größter Sorgfalt haben die Polizisten zwei Kreditkarten, zwei Korane, ein Laptop und unsere Handys beschlagnahmt. Außerdem haben sie die Autoschlüssel von meinem Cousin gefunden. Ich hatte mir vorrübergehend sein Auto geliehen. Obwohl für das Auto kein Durchsuchungsbefehl vorlag, haben die Polizisten ach das Auto durchsucht. Sie nahmen einige Gegenstände von meinem Cousin und das Geld für unsere nächste Mietzahlung in Beschlagnahm. 

Nach der stundenlangen Hausdurchsuchung und der Protokollierung wurde ich vor den Augen meiner Nachbarn in Handschellen aus der Wohnung geführt. Meine Frau sah mit verängstigten Augen mir nach. Ich sagte noch zu ihr: „Ruf meinen Bruder an. Er soll dich abholen. Bleib für eine Weile bei meinen Eltern. Ich weiß nicht, ob ich zurückkommen kann. Ihr könnt mir später vielleicht ein paar Sachen mitbringen.“ 

Man brauchte mich zur Polizeistation. Ich war der erste in Gewahrsam. nach und nach wurde 8 weitere meiner Arbeitskollegen in Gewahrsam genommen. Als erstes haben Sie Ali ins Verhör genommen. Nach zwei Studen brachten sie ihn wieder zu uns. Sein ganzes Gesicht war voll mit Blutergüssen und blauen Flecken. Er sagte nur: “Keine Angst! Mir geht es gut!” Dann haben sie den ältesten unter uns mitgenommen. 

Ach er kam mit Blutergüssen und blauen Flecken zurück. er wollte nicht reden. Danach fing er an zu weinen und sagte: „Ich bin 60 Jahre alt. Ich habe nicht einmal eines meiner Kinder geohrfeigt. Aber ich wurde gerade von einem Polizisten der vom alter her meine Kind sein könnte verprügelt.“ Am Abend kam einer der Folterer (Hamza Gül) und sagte: „Überlegt es auch gut. Sonst werdet ihr hier nicht rauskommen!“ 

Am nächsten Morgen wollte ich mit meinem Anwalt sprechen. Aber die Polizisten machten sich über mich lustig. Sie sagte, dass ich noch lange auch einen Anwalt warten könnte. Wir durften nicht auf die Toilette gehen und bekamen auch nichts zu essen. Am Mittag kam Hamza kam wieder zurück. 

Diesmal hatten sie mich gerufen. Zwei Polizisten nahmen mich ins Verhörzimmer. Sie stellte viele Fragen. Als die Antworten sie nicht befriedigte, wurden sie immer agressiver. Langsam kam das “Monster” in ihnen zum Vorschein. Einer Schlug auf meine Schulter und sagt: Gleich kommt der Vorgesetze. Mal schauen, ob du auch bei ihm die selben Antworten geben kannst.” Nach ein paar Minuten kam dieser dann. 

Er kam mit schnellen Schritten auf mich zu und schlug auf mein rechtes Ohr. Mit dem Druck begann sich alles zu drehen. Nach ein paar Sekunden schlug er dann auf mein linkes Ohr. Ich sagte ihm, dass ich eine Herzkrankheit habe. Daraufhin schlug er mir auf mein Herz und fluchte wild. Ich erinnere mich nur noch daran, dass er Informationen über meinen Vorgesetzen haben wollte. Anschließend setzte er sich auf einen Stuhl. 

Dann sagte er mit einer ruhigen Stimmer: „Wir sind gute Menschen. Du hast einen Fehler gemacht. Jetzt musst du deinem Land helfen.“ Ich wiederholte meine Aussage von vorher, dass ich nichts wusste. Mit voller Wut stand er auf und schlug auf meinen Rücken, auf mein Gesicht und auch meinen Bauch. Ich weiß nicht mehr wie oft ich geschlagen wurde. 

Als ich überhaupt nicht mehr konnte, setzten sie mich auf einen Stuhl. Dann brauchten sie EM in den Raum. EM war einer der angesehensten Geschäftsleute in der Region. Zugleich war er einer der Gesellschafter der Firma in der ich arbeitete. Er war körperlich sehr stark gebaut. In einem fairen Kampf würde er alle in dem Raum besiegen. Gleichzeitig war er aber auch ein sehr sensibler und netter Mensch. Sie stellten ihm dieselben Fragen wie mir. Er gab die ähnlichen Antworten wie ich. Daraufhin musste er sich hinknien. Sie klebten sein Mund zu zogen seine Schuhe aus. Sie schlugen auf seinen Kopf und seine Ferse ein. 

Er sah mich an und fing an zu weinen. Mit seinen Augen deutete er mir an, dass er es schaffen würde. Er musste eine Stunde auf seinen Knien sitzen. Als er wieder aufstehen durfte, fiel er wieder zu Boden. Er hatte eine schweren Bandscheibenvorfall. Er wurde mehrfach am Rücken operiert. Danach durften wir wieder ins Gewahrsam gehen. Nach ein paar Studen kamen zwei Polizisten und nahmen uns in Fesseln ins Krankanhaus zur Ärztlichen Untersuchung mit. Wir kannten dort alle. 

Sie sahen uns im Krankhaus mit Leid an. Aber keine traute sich uns anzusprechen. Als wir vor dem Zimmer des Arztes waren, Ging der Polizist mit einem Zettel zu ihm rein und kam mit einer Unterschrift drauf wieder zurück. Ich fragte den Polizisten, wann der Arzt mich behandeln wolle. Der Polizist antwortete: „Hat er doch gerade.“ Es war ganz offensichtlich, das alles vorher schon geplant wurde. 

Ich verstand, dass ich keinerlei Rechte hatte und dass mich von nur Gott befreien konnte. Wir kehrten wieder ins Gewahrsam zurück. Wir mussten auf dem Boden liegen. Von neben an hörte man, wie FA weinte. Als wir im Krankenhaus waren, hatte man in „verhört“. Er wollte zuerst nicht erzählen was passiert war. 

Am nächsten Morgen haben wir dann erfahren, dass sie bei FA drei seiner Fingernägel rausgezogen hatten. Danach nahmen sie mich wieder in Verhörzimmer. Hamza fragte mich, ob ich schon mitbekommen hätte was mit FA passiert sei. Er wollte wissen ob ich meine Meinung geändert hätte. Ich wiederholte, dass ich ein einfacher Angestellter in der Firma sei und nichts weiter wissen würde. Ich musste mich auf ein Sofa setzen. Ich hatte auch keine andere Wahl, denn ich hatte keine Kraft mich zu wehren. Sie haben meine Hände an das Sofa gebunden. Sie legten Metallringe um meine Finger. Da hatte ich verstanden, was sie mit mir machen wollten. 

Auf dem Tisch holte er eine Kiste heraus, die so aussah wie eine Autobatterie. Als er auf den Knopf drückte, kann ich mich nicht daran erinnern, jemals so einen ähnlichen Schmerz gespürt zu haben. Als hätte man mir tausenden Nägel durch meinen Körper gejagt. Ich konnte nicht sprechen. Ich konnte nicht einmal sagen, dass sie aufhören sollen. Dreimal wiederholten sie diesen Vorgang. Danach fragte er mich, ob ich meine Meinung geändert hätte. 

Ein letztes Mal drückte er auf den Knopf. Aber diesmal dauerte es gefühlt eine Ewigkeit ehe er aufhörte. Ich war so geschwächt, dass man mich wieder ins Gewahrsam brachte. Ich hätte niemals gedacht, dass einem Menschen so viel Qual zugeführt werden konnte. Am dritten Tag brachte man mich wieder ins Verhörzimmer. Sie stellte immer wieder dieselben Fragen. 

Sie fesselten mich diesmal an den Stuhl. Er holte aus der Schublade eine Zange heraus. Als ihnen meine Anworten nicht gefiehlen, haben sie mir von meinem kleinen und meinem Ringfinger mit der Zange die Nägel gezogen. Als es anfing sehr stark zu bluten, machte man einen Verband drauf. Am vierten Tag wurden wir vor dem Richter gestellt. Sowohl der Richter, als auch der Staatsanwlten konnten sehen, was man uns angetan hatte. Keiner Hat gafragt, was mit uns passiert sei. Noch schimmer, sie haben uns nicht einmal zugehört. Wir haben die geanze Zeit gebetet, wieder frei zu kommen. Am Ende wurden wir alle neune Personen am 9. September um 9 Uhr Abens festgenommen. Wir wurden im Gefängnis in die Zelle C9 gebracht. Aber das war erst der Anfang. 

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